MITTELSTAND IN DEUTSCHLAND - BLOG
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Autor: Iris Görling
Datum: 13.05.2026
Kategorie: Führung & Personalentwicklung
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"Der Elefant im Raum wird immer größer"

Du sitzt in einem Meeting und spürst die Spannung zwischen zwei Abteilungsleitern.

Und nicht nur du spürst sie, sondern alle Teilnehmer.

Nicht nur durch die Haltung, Mimik und den Tonfall, auch durch die passive Aggression in jeder Bemerkung oder die hinter einem Lächeln getarnte kaum verhohlene Ablehnung. Aber niemand spricht es an.

Der Moderator geht zum nächsten Punkt auf der Agenda über, die anderen schauen auf ihre Notizen, bloß nicht ins Stocken geraten.

Das Meeting geht weiter, als wäre nichts, obwohl hinter dem nichts, eine ganze Menge ist.

Der Elefant im Raum wird immer größer und größer, doch alle tanzen um ihn herum, als wäre er nicht da. Der eigentliche Elefant ist nicht der Konflikt selbst oder die Persönlichkeiten der Beteiligten. Der Elefant ist das System, das Konflikte als Störung betrachtet, nicht als notwendigen Teil gesunder Zusammenarbeit.

Die kollektive Überzeugung, dass Harmonie wichtiger ist als Offenheit und das Zulassen unterschiedlicher Perspektiven. Es geht nicht darum, den nächsten Konfliktlösungs-Workshop zu veranstalten oder Kommunikationsregeln aufzustellen. Diese Interventionen ändern nichts an der tiefen Angst vor Auseinandersetzung.

Es geht darum, dem eigentlichen Elefanten im System auf die Spur zu kommen – den Mustern, die Konflikte unter die Oberfläche drücken, wo sie gären und toxisch werden. Und denen, die dazu führen, dass oberflächliche vorgetäuschte Harmonie wichtiger ist, als ein konstruktiver Diskurs.

Was wäre, wenn Konflikte im Unternehmen nicht mehr ausgesessen, sondern als Chance gesehen würden? Wenn unterschiedliche Meinungen nicht als Problem, sondern als Ressource betrachtet würden?

Was würde dann mit dem Elefanten passieren? Und welche anderen Elefanten würden sich dann vielleicht auch auflösen können?

Denn Du weißt so gut, wie ich: Die unausgesprochenen Spannungen lösen sich nicht einfach auf. Sie sickern in E-Mails, in Entscheidungen, in den Flurfunk. Und am Ende kosten sie alle Beteiligten viel mehr Kraft als die fünf Minuten Mut, die es am Anfang des Meetings gebraucht hätte.

Wie groß ist der Elefant in eurem Raum?