Schauen wir und die erste Säule an.
Ein Ziel von QRM ist es, den sogenannten White Space – also alle nicht wertschöpfenden Zeiten konsequent zu reduzieren. Dies geschieht durch strukturierte Analyse, gezielte Organisation und wirksame Führung.
Traditionelle Produktionssysteme konzentrieren sich auf hohe Auslastung und niedrige Stückkosten. QRM hingegen stellt die Zeit, die Durchlaufzeit ins Zentrum aller Überlegungen. Je schneller ein Unternehmen auf Kundenbedarfe reagieren kann, desto wettbewerbsfähiger wird es.
Zeit ist bei QRM keine nachgelagerte Kennzahl, sondern ein strategischer Erfolgsfaktor. Wer Durchlaufzeit reduziert, senkt Kosten, erhöht Qualität und verbessert die Position im Markt. Soweit nichts Neues.
QRM misst Zeit mit der Manufacturing-Critical-Path-Time (MCT), der typischen Zeitspanne, die ein Auftrag vom Auftragseingang bis zur Auslieferung durchläuft. Im Gegensatz zu klassischen Kennzahlen umfasst die MCT nicht nur Bearbeitungszeiten, sondern auch Liege- und Wartezeiten. Dabei werden auch alle Lagerzeiten, z.B. von Baugruppen, bis zur Weiterverarbeitung erfasst. Der kritische Pfad ist die Zeitschiene der Teile, die in Summe die längste MCT ergeben.
Die erfasste Zeit wird dabei in zwei Kategorien unterteilt:
In High Mix / Low Volume-Umgebungen beträgt der wertschöpfende Anteil häufig nur 5–10 %. QRM zielt darauf ab, diesen Anteil systematisch zu erhöhen, durch eine gezielte Reduktion des White Space.
Die MCT macht sichtbar, wo im Prozess Zeit verloren geht, und liefert damit den Schlüssel zur wirksamen Verbesserung. Insbesondere die indirekten Zeiten bergen enormes Potenzial zur Kostensenkung und Erhöhung der Kundenzufriedenheit.
Lange Durchlaufzeiten wirken sich auf vielfältige Weise negativ aus:
QRM zeigt klar: nicht der Grey Space ist der Hauptkostentreiber, sondern der White Space, die Zeiten dazwischen. White Space erzeugt hohe indirekte Kosten, die nicht zugeordnet werden können.
Die Reduktion von White Space bringt messbare Vorteile:
Die Reduktion der Durchlaufzeit um 50% reduziert die Kosten um 15-25%.
Eine echte Zeitorientierung verlangt einen tiefgreifenden kulturellen Wandel. Es genügt nicht, punktuell Prozesse zu verbessern, notwendig ist ein ganzheitliches Verständnis für den kompletten Auftragsfluss. QRM will Aufträge im System in Fluss halten, und nicht punktuell Maschinen voll auslasten.
Führungskräfte tragen dabei besondere Verantwortung. Sie müssen Zeit als zentrale Steuergröße etablieren und ein Umfeld schaffen, das schnelle, durchgängig optimierte Prozesse ermöglicht.
White Space zu reduzieren heißt nicht, schneller zu arbeiten – sondern intelligenter zusammenzuarbeiten.
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Literatur: